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Mulchen: Rasenmähen im Einklang mit der Natur

Gesundheit, Wohlergehen und der Wert von Freizeit: In stressigen und von Technologie und Multi-Tasking bestimmten Zeiten wie diesen, gerieten diese Dinge beinahe in Vergessenheit.

Doch seit nicht allzu langer Zeit wird einem gesunden Lebensstil wieder deutlich mehr Bedeutung zugemessen – und das beschränkt sich keineswegs nur auf die Wochenenden.

  • Neue vom Biomarkt bestimmte Gewohnheiten
  • Entspannungstechniken finden immer mehr Verbreitung
  • Pilates tritt anstelle von Aerobic
  • Laufsport ersetzt die Muckibude

All diese Gewohnheiten bilden langsam aber stetig den Rahmen für eine neue Ära.

Der "neue Humanismus" rückt den Wunsch der Menschheit nach einem sinnvollen und erfüllten Leben und innerer Ausgeglichenheit wieder stärker in den Fokus

Dieser spürbare Wellnesstrend ist eine Liebeserklärung an die Natur und ihre Fähigkeit, täglich Dinge zu erschaffen und zu verändern.

Alle natürlichen Prozesse tragen dieses positive Gefühl der ewigen Ruhe und Angemessenheit in sich.

Wenn wir darüber nachdenken, was gut für unseren Garten ist, kommt uns in diesem Zusammenhang unweigerlich eine der naturfreundlichsten Mähtechniken, das Mulchen, in den Sinn.

Mulchen: Wie ein geschnittener Halm Ihren Rasen beleben kann

Mulchen ist eine sanfte Mähtechnik, die den Lebenszyklus des Rasens respektiert. Man könnte es auch organisches Häckseln nennen, da das geschnittene Gras wiederholt in winzige Partikel zerkleinert wird, die dann wieder auf den Rasen fallen.

Beim Mulchen werden die nachwachsenden Ressourcen der Natur direkt als natürlicher Dünger verwertet - denn genau diese Wirkung bringen die organischen Komponenten des fein zerkleinerten Rasens mit sich. Indem sie beim Mähen direkt auf dem Rasen verstreut werden, helfen Sie diesem, gesund und vital zu gedeihen.

Wenn wir am Wochenende unseren Rasen mähen, freuen wir uns schon vorher auf den natürlichen Duft von geschnittenem Gras, der uns verzaubern wird und das Sonnenlicht des beginnenden Frühlings, das uns wärmt. Während wir uns um unseren Garten kümmern und ihn pflegen, nehmen wir die Essenz der Dinge so intensiv wahr, wie wir es im normalen Alltag selten tun.

Jeder Naturliebhaber würde nur zum Mulch-Mäher greifen. Aber wie funktioniert die Technik eigentlich? Traditionelle Rasenmäher werfen die Grasrückstände entweder direkt aus oder sammeln sie im Fangkorb. Die Rückstände werden später im Müll oder auf dem Kompost entsorgt. Auch wenn sie später auf irgendeine Art und Weise ihren Weg zurück ins Ökosystem finden, werden sie doch nicht zur Ernährung der Rasenfläche eingesetzt, um die wir uns so liebevoll kümmern.

Im Gegensatz dazu wird das gemähte Gras in einem Rasenmäher mit Mulch-Funktion ein zweites Mal geschnitten und in kleinen Graspartikeln direkt wieder auf dem Rasen verteilt.

Dieser Prozess ist zu 100% natürlich. Es wird eine tiefe Verbindung zwischen dem Wohlergehen des Gärtners und dem des Rasens geschaffen. In dem Bewusstsein, während des Rasenmähens dem Rasen natürliche und regenerative Nährstoffe zuzuführen, empfinden wir als Gärtner noch mehr Freude und Genuss bei dieser Arbeit.

Die Ursprünge des Mulchens

‘Mulchen’ geht auf  das Wort Mulch zurück, welches organisches, sich allmählich auf dem Boden ansammelndes Material (trockene Blätter, Baumrinde, trockenes Gras usw.) beschreibt.

Aus diesem natürlichen Prozess, der im Alltag quasi permanent stattfindet, wurde schon bald die Technik des Mulchens abgeleitet, die mittlerweile sowohl in der Landwirtschaft als auch im Gartenbau Anwendung findet. Dabei werden organische Materialien (wie trockenes Gras oder Gülle) auf den Boden gestreut, um diesen vor übermäßiger Sonneneinstrahlung (und der damit verbundenen Austrocknung) und Frost zu schützen. Mulchen hilft außerdem dabei, eine gute Temperatur aufrecht zu erhalten und Unkraut vorzubeugen.

Diese Vorteile sind es auch, die das Mulchmähen mit sich bringt. Das gehäckselte Gras bildet eine leichte Schicht auf dem Rasen, durch welche dieser vor übermäßiger Hitze und Kälte geschützt und gleichzeitig genährt wird.

Mulchen: eine natürliche Technik für einen natürlich gepflegten Rasen

Jeder von uns kann die Mulch-Technik auf seinem Rasen anwenden. Aufgrund der klimatischen Bedingungen in Nordeuropa ist es in dieser Region die sinnvollste und auch am weitesten verbreitete Mähtechnik. Die Temperaturen können sehr niedrig sein und die Jahreszeiten verlaufen im Vergleich zu den mediterranen Regionen anders, was sich direkt im Wachstum des Rasens wiederspiegelt. Im Vergleich mit den für Südeuropa typischen warmen Regionen, wächst Gras im Norden Europa langsamer, so dass Gärtner ihren Rasen seltener und mit einem Mulchmäher mähen können.

Die Technik funktioniert auch in milderen Regionen gut. Nur Im Frühling, wenn der Rasen sehr schnell wächst, sollten Sie in diesen Regionen einen Fangkorb verwenden. Im Verlauf des Jahres können Sie dann aber auf Mulchmähen umsteigen, um den Rasen auf der gewünschten Höhe zu halten und gleichzeitig mit natürlichem Dünger zu versorgen.

Die Technik lässt sich auf fast jedem Rasen anwenden. Die einzige Ausnahme sind Straußgräser, eine Grasgattung, die einen dicken und dichten Rasen bildet, auf Golfplätzen verwendet wird und einen hohen Pflegeaufwand erfordert – insbesondere da zur Vermeidung von Wurzelschäden ein regelmäßiges Topdressing und eine ständige Bewässerung erforderlich sind.

Rasen erfordert Pflege und Aufmerksamkeit. Er ist wesentlicher Bestandteil unseres Lebensraumes und eigentlich so etwas wie unser zweites zu Hause, da wir mit seiner Hilfe einen engeren Kontakt zu unserem ursprünglichen Dasein herstellen können.

Die Nachhaltigkeit des Mulchmähens macht diese Technik zur bevorzugten Mähmethode für all jene Menschen, die sich gänzlich der natürlichen Pflege Ihres Rasens verschrieben haben.

Mulchen im Einklang mit dem Lebenszyklus des Rasens: Wann und wie Sie richtig mulchen

Mulchen ist ein natürlicher Prozess: Er steht im Einklang mit dem Lebenszyklus des Rasens, passt sich dessen verschiedenen Wachstumsphasen an und macht das Beste aus den geschnittenen Grasresten, indem diese wieder ihrem Ursprung zugeführt werden. Wenn wir unseren Rasen mit Hilfe der Mulch-Technik mähen, dann wählen wir einen ganzheitlichen Ansatz für die Pflege unseres Gartens, wodurch wir nicht nur die Vitalität unseres Rasens, sondern auch unser eigenes Wohlbefinden fördern.

Es empfiehlt sich, auf bestimmte Bedingungen zu warten und dann den untenstehenden Ratschlägen zu folgen:

  1. Respektieren Sie die Mikrobiota, indem Sie das Gras möglichst dann schneiden, wenn die oberste Schicht des Bodens wärmer als 6°C ist. Dies ist die minimale Temperatur, bei welcher der Rasen noch wächst.
  2. Wählen Sie den Zeitpunkt fürs Rasenmähen sorgfältig: Der Nachmittag bietet sich besonders an, da das Gras zu diesem Zeitpunkt meist trockner ist, als am Morgen. Feuchtes Gras kann den Mäher verstopfen und wird mehr Rückstände produzieren, als tatsächlich benötigt werden, was wiederum die Gesundheit unseres Rasens gefährdet.
  3. Entscheiden Sie sich für einen kühleren oder bewölkten Tag, da hohe Temperaturen die Enden der Grashalme austrocknen könnten.
  4. Die Schnitthöhe: Wenn Sie zum ersten Mal in der Saison mähen oder der Rasen besonders wild und ungemäht ist, sollten Sie die größtmögliche Schnitthöhe einstellen und erstmal mit Fangkorb mähen. Die Schnitthöhe kann dann in einem zweiten Durchlauf zu einem späteren Zeitpunkt verringert werden. Dieser zusätzliche Arbeitsschritt ist erforderlich, damit die Struktur des Rasens nicht durch eine zu große Schicht an Rückständen „erstickt“ wird.
  5. Mähen Sie nur, wenn der Rasen trocken ist, so dass sich beim Mähen kein Filz bilden kann. Dieser verringert – ähnlich wie Laub, das sich schneller aufschichtet, als es verrottet – die Zirkulation von Luft und Wasser und erleichtert die Ausbreitung von Krankheiten.
  6. Die besten Jahreszeiten zum Mulchen sind der Sommer und der Spätherbst, wenn die Zersetzung geringer ist.
  7. Aufgrund des mit 80-85% recht hohen Wasseranteils in gemähtem Gras, wird dieses schneller zersetzt, wodurch sich die Gefahr der Filzbildung verringert.

Der Wechsel zum Mulch-Mähen macht den Fangkorb nicht komplett überflüssig. Ganz im Gegenteil: Es empfiehlt sich nach dem letzten Mähen der Saison mit dem Fangkorb die Rückstände vom Rasen aufzusammeln. Zu dieser Jahreszeit sind die Bodentemperaturen unter 6°C gefallen und das Gras wächst nicht mehr.

Mulchen ermöglicht es dem Boden, im Winter eine warme Temperatur zu halten und verringert den Bewässerungsbedarf im Sommer. Aus diesem Grund ist es in Nordeuropa - speziell in skandinavischen Ländern - so beliebt. Aber auch im übrigen Europa lässt sich die Technik problemlos anwenden, da sie sich eigentlich für so ziemlich alle Klimatypen, so u.a. auch für das Kontinentalklima, eignet. 

Mulchen in drei Worten: umweltfreundlich, bequem, schnell

Der besondere Nutzen des Mulchens liegt darin, dass die Technik die Umwelt respektiert: Endlich wird geschnittenes Gras einfach auf dem Boden verstreut, wo es zerfallen und als Dünger den Boden mit den benötigten Nährstoffen versorgen kann.

Dank dieser Mähmethode bedarf es keines chemischen Rasendüngers mehr, um das Grün gesund und saftig zu halten.

Mulchen ist bequem, da anfallende Abfälle direkt verwertet werden. Das Gras wird gehäckselt und muss nicht aufgefangen und entsorgt bzw. von Hand kompostiert werden.

Zu guter Letzt verringert sich dadurch beim Mulchen auch die Mähzeit. Im Jahr 2008 verglich die Minoprio Foundation die Technik des Mulchens mit traditionellen Mähmethoden, bei denen nicht nur gemäht, sondern auch die Rückstände eingefangen/aufgesammelt und beseitigt werden mussten. Gemäht wurde eine etwa 1200 m2 große Rasenfläche. Als man am Ende einer ganzen Saison alle entstandenen Aufwände und Kosten zusammenrechnete (z.B. das Benzin für die Fahrten zum Kompost/Abfallbehälter) stellte sich heraus, dass die Mulch-Technik bequemer, ökonomischer und umweltfreundlicher als die traditionellen Methoden ist.

Lassen Sie uns den Kontakt zur Natur wieder herstellen

Mulchen ist nicht nur eine Mähtechnik. Es ist ein Ansatz für Gartenarbeit, wie wir ihn wählen sollten, wenn wir unsere Gartenarbeit bequem, schnell, pragmatisch und mit maximalem Respekt vor den Bedürfnissen der Umwelt verrichten möchten. Mulchen lässt sich perfekt mit den im Wandel begriffenen Werten unserer Gesellschaft vereinbaren und ermöglicht es uns, den Kontakt zur Natur zurückzugewinnen, den wir in Zeiten des technologischen Fortschritts viel zu häufig vernachlässigt haben.

Lassen Sie uns den Rasenmäher abschalten und einen Moment verweilen. Fein zerkleinertes Gras liegt auf dem frisch gemähten Rasen, der mit gesundem und vitalem Grün seine Freude und Dankbarkeit für die menschliche Fürsorge zum Ausdruck bringt.

Bei STIGA setzen die Menschen Leidenschaft in jeden Job, der mit Ihrem Garten zu tun hat.

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